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Kinderjudo – Fairness steht im Vordergrund

JudoWie fast alle Kinder möchte mein Sohn sich und seine Kräfte messen. Um ihm diese Möglichkeit zu geben, haben wir überlegt, welche Sportart seinen Vorstellungen entspricht. Unsere Wahl fiel auf Judo.

Judo, von fernöstlicher Mentalität geprägt, erzieht die Kinder zu Fairness und Selbstdisziplin und stärkt somit ihr Selbstbewusstsein. Das ethische Prinzip des Judo ist gegenseitiges Helfen und Verstehen.

Mit Übungskämpfen (Randori) und Spielen wird die Kondition, Ausdauer, Reaktionsfähigkeit und das Gleichgewicht trainiert. Wurf- und Bodentechniken als Partnerübung erarbeiten Zug um Zug die Judo-Technik.

Nach viermaligem Probetraining war er so begeistert, dass gestern sein erster Tag als Vereinsmitglied stattfand.




Noch sieht alles sehr spielerisch aus, aber genau so werden die Kinder an Judo herangeführt. Unter der Aufsicht eines qualifizierten Trainers können sie sich spielerisch austoben.

Was ist Judo?

Judo bedeutet «der sanfte Weg» (ju = sanft, nachgiebig; do=Weg).
Die Grundidee ist, dass auch Schwache Starke besiegen, indem sie durch Nachgeben die Kraft des Partners für die eigenen Zwecke nutzen. Zum Beispiel drücken, wenn der Gegner zieht und ziehen, wenn der Gegner drückt. So kann man mit geringstmöglichem Kräfteaufwand zu größtmöglichem Erfolg kommen.

Woher kommt Judo?

Judo wurde vor über 100 Jahren von einem Mann geschaffen, der Jigoro Kano hieß und in Japan wohnte. Er gründete 1882 eine Judoschule (Kodokan), in der seine Schüler den Judokampf nach von ihm erfundenen Kampfregeln lernten. Er zeigte seinen Schülern Fallübungen sowie Würfe und Griffe, mit denen auch kleinere oder körperlich schwächere Menschen einen großen, stärkeren Gegner besiegen können. Und das besonders Gute bei diesem Judokampf war, dass man alle Tricks und Würfe mit einem Partner oder einem Freund auf Strohmatten übte, so dass man weder ihn noch sich selbst dabei verletzte.
Judo ist also ein Kampfsport, bei dem man sich ordentlich austoben kann, ohne dass dabei etwas Schlimmes passiert.

Wie funktioniert Judo?

Judo ist eine Kampfsportart mit Körperkontakt. Die Judo-Kämpfer halten sich mit den Händen gepackt und versuchen, sich gegenseitig zu werfen. Dies erfordert äusseres wie inneres Gleichgewicht, Beweglichkeit und das Gespür für den richtigen Moment. Die Judotechniken unterteilt man in Stand- und Bodentechniken. Mit den Standtechniken soll der Gegner geworfen werden. Der Kampf kann dann auf den Boden übergehen und dort durch Haltegriffe, Armhebel und Würgetechniken und beendet werden.
Ein wichtiger Teil des Judosportes ist das Fallen.

Was man beim Judo so alles machen kann:

  • Judowürfe
    • Es gibt eine Vielzahl von Judowürfen, unter ihnen auch solche, bei denen der Gegner wie eine Rakete durch die Luft fliegt. Bevor man seinen Partner wirft oder selbst geworfen wird, lernen beide richtig fallen "Ukemi", um sich nicht weh zu tun. Damit das Fallen richtig Spaß macht, gibt es beim Judo eine große weiche Matte, auf der man trainiert.
  • Haltegriffe
    • Wenn man seinen Partner umgeworfen hat oder selbst zu Boden gefallen ist, kämpft man auf der Matte weiter. Man versucht dabei, den Partner auf der Matte so geschickt ,,festzuhalten", dass er auch dann nicht mehr aufstehen kann, wenn er alle seine Kräfte anwendet. Er liegt, wenn man das richtig macht, wie "angenagelt".
  • Armhebel
    • Hierbei kann man die Arme seines Gegners so verbiegen, dass es, wenn man immer weiterbiegt, wehtut. Beim Armhebeln muss man also ganz besonders vorsichtig sein, um den Partner nicht zu verletzen.
  • Würgegriffe
    • Man versucht dabei den Gegner zu würgen, und sobald dieser dann merkt, dass man einen richtigen Würgegriff angesetzt hat, gibt er auf, indem er abklopft. Das Abklopfen ist eine prima Erfindung beim Judo. Sobald beim Judokampf einem der beiden Kämpfer irgend etwas wehtut, klopft er mit seiner Hand zwei- bis dreimal auf die Matte oder aber gegen den Körper des Partners.

Kleines Judo Lexikon




Ich hoffe, dass meine Sohn beim Judo seinen natürlichen Bewegungsdrang ausleben kann und dabei Ausdauer, Koordination, Selbstvertrauen,  Schnelligkeit und Kraft, sowie soziales Verhalten erlernt.
Eines steht jetzt schon fest, unterm Weihnachtsbaum wird ein Judogi (Judoanzug) liegen.

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Publiziert am:
Samstag, den 9. Dezember 2006 um 12:43 Uhr
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